20.04.2022 - Tags:

Bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur

Aufgrund des Klimawandels müssen fossile Brennstoffe durch klimafreundlichere Alternativen ersetzt und die Nutzung des MIV (motorisierter Individualverkehr) verringert werden. Die Regierung setzt vor allem auf die Förderung von E-Mobilität. Doch die nicht ausreichende Ladeinfrastruktur ist bis heute ein Hemmnis bei der Kaufentscheidung für ein Elektrofahrzeug.

15 Millionen E-Autos sollen laut Koalitionsvertrag bis 2030 auf deutschen Straßen unterwegs sein, um den CO2 Ausstoß deutlich reduzieren zu können. Betrachtet man die Verkaufszahlen von E-Autos in den letzten Jahren, zeichnet sich eine positive Entwicklung ab. Im Jahr 2019 wurden ca. 108 000 E-Autos in Deutschland neu zugelassen, im Januar 2022 wurden 618 500 Neuzulassungen (mit ausschließlich elektrischer Energiequelle) festgehalten. Der Trend zur E-Mobilität steigt weiterhin, jedoch gibt es ein gravierendes Problem: die Ladeinfrastruktur. Um E-Mobilität zu etablieren, ist es wichtig eine gute Ladeinfrastruktur auszubauen. Das gelingt der Regierung aktuell nur schwer, da v.a. im Vergleich der Anzahl der E-Auto Verkäufe der Ausbau der Ladeinfrastruktur nur sehr langsam voranschreitet. Der erhebliche Mangel an Ladesäulen ist auch einer der Hauptgründe, warum potentielle Käufer:innen sich doch gegen einen E-Auto Kauf entscheiden. Die Angst vor dem leergelaufenen Akku hält somit noch viele Autofahrer:innen vom Elektro-Umstieg ab.

Viele Ansatzpunkte für einen beschleunigten Ausbau 

Zur schnellen Transformation der Mobilität hin zur Klimaneutralität, können einige Maßnahmen maßgeblich beitragen. Wir haben diese im Folgenden – nicht abschließend – zusammengefasst.

Zum einen soll die Förderung für Ladeinfrastrukturausbau durch die Weiterführung und den Ausbau bestehender Programme mehr an Bedeutung gewinnen. Zum anderen soll Smart Charging im Hausenergie-Ökosystem und die Ladeinfrastruktur im gewerblichen Bereich in den Fokus rücken.

Die EU sollte außerdem als Vorbild für die Durchsetzung bestimmter Ziele fungieren. Darüber hinaus soll auf EU-Ebene ein europäisches Datenregister errichtet und die Novellierung der EU-Gebäuderichtlinie mit Berücksichtigung des Gebäudebestands unterstützt werden. Auf Bundesebene ist es von großer Bedeutung, die Ladeinfrastruktur so auszubauen, dass die Anzahl der Ladesäulen proportional zum Hochlauf der Elektromobilität verläuft. Zusätzlich soll die Planungsbeschleunigung für den Ausbau analog zu dem für den Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgen. Außerdem kann eine Einrichtung eines ½-jährlichen Ladegipfels mit einem Fokus auf Energie von Vorteil sein.

Auf kommunaler Ebene ist zu empfehlen, Steuer- und Beratungsstellen einzurichten und den Bedarf an Ladesäulen genau zu analysieren. Des Weiteren sollten kommunale Initiativen zur Flächenbereitstellung und Zuweisung gestartet werden.

Es muss ein Umdenken stattfinden

Auch wenn E-Mobilität einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten wird, sollten Verbrennerfahrzeuge nicht nur durch E-Autos ersetzt werden. Es sollte vielmehr ein Umdenken bei der Wahl der Fortbewegungsmittel in der Gesellschaft erfolgen. Wichtig ist, die Nutzung des MIV zu verringern und mehr das Fahrrad und/oder die öffentlichen Verkehrsmittel in den Fokus zu stellen und zu nutzen. Diese haben einen größeren positiven Effekt auf den Klimaschutz als der alleinige Umstieg von Verbrennern auf elektrische Fahrzeuge.

Da wir über umfangreiche Erfahrungen zu Ladeinfrastrukturkonzepten verfügen, können Sie uns jederzeit zu diesem Thema kontaktieren. Auch bei allgemeinen Fragen zu einem Projekt rund um Elektromobilität stehen wir Ihnen zur Verfügung und beraten Sie gerne.

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